
Eine Kruste, die immer wieder an derselben Stelle zurückkommt, nachdem sie gekratzt wurde, ein kleiner perlmuttfarbener Pickel an der Nasenflügel, der seit drei Monaten nicht heilt: Oft sind es diese banalen Situationen, in denen ein Hautkarzinom unbemerkt bleibt. Ein Hautkrebs anhand seines visuellen Erscheinungsbildes zu identifizieren, setzt voraus, genau zu wissen, was zu beobachten ist, in welchem Bereich und mit welchem Werkzeug.
Dermatologische Fotos ersetzen keine medizinische Diagnose, aber sie schulen das Auge, um zu erkennen, was einen schnellen Arztbesuch rechtfertigt.
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Eine nicht heilende Läsion: das am meisten unterschätzte Warnsignal
Wenn man von Hautkrebs spricht, denkt man spontan an Muttermale. Das Basalzellkarzinom, das häufigste, sieht jedoch nicht wie ein Muttermal aus. Es zeigt sich oft als kleine, durchsichtige, rosafarbene oder perlmuttfarbene Papule, manchmal durchzogen von feinen, mit bloßem Auge sichtbaren Blutgefäßen.
Das zuverlässigste Zeichen bleibt eine läsion, die nach vier bis sechs Wochen nicht heilt. Sie kann leicht bluten, eine Kruste bilden, zu heilen scheinen und dann wieder auftreten. Auf hellen Hauttypen lässt sich diese Läsion recht gut erkennen. Auf dunkleren oder braunen Hauttypen kann sie manchmal ein pigmentiertes, braunes oder bläuliches Aussehen annehmen, was die Identifizierung auf Fotos erschwert.
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Das Plattenepithelkarzinom hingegen hat ein raueres Aussehen. Man beobachtet in der Regel eine schuppige, rote Plaque, die manchmal verdickt ist und an eine Warze oder ein persistierendes Ekzem erinnern kann. Im Gegensatz zum Basalzellkarzinom kann das Plattenepithelkarzinom Metastasen bilden, wenn es nicht behandelt wird, was die visuelle Erkennung umso nützlicher macht.
Um das Aussehen dieser Läsionen je nach Stadium besser zu verstehen, hilft es, Fotos von Karzinomen und Hautkrebs anzusehen, um den Blick vor einem dermatologischen Termin zu schärfen.

Dermatoskopie und digitale Fotografie: wenn das Bild über die bloße Illustration hinausgeht
Die Fotos von Hautkrebs, die auf medizinischen Websites veröffentlicht werden, dienen hauptsächlich der Sensibilisierung. In der klinischen Praxis geht das Foto jedoch weiter. Die Dermatoskopie, eine Oberflächenbildgebungstechnik, die die Läsion vergrößert und Reflexionen eliminiert, ermöglicht die Beobachtung von Strukturen, die mit bloßem Auge unsichtbar sind: Pigmentnetzwerk, Globuli, blau-weiße Zonen, baumartige Gefäße.
Ein bemerkenswerter Fakt aus der aktuellen Forschung: In bestimmten Analyse-Konfigurationen hat sich die Dermatoskopie allein als präziser erwiesen als eine Kombination von Modalitäten, um die Dicke eines Basalzellkarzinoms zu schätzen. Mit anderen Worten, ein qualitativ hochwertiges, gut gerahmtes und gut beleuchtetes Bild kann mehr Informationen liefern als ein schlecht koordiniertes Multi-Signal-Bewertungssystem.
Wir sind weit entfernt von einem mit einem Smartphone im Badezimmer aufgenommenen Foto. Die Bildqualität beeinflusst die Zuverlässigkeit der Interpretation. Ein Dermatologe, der digitale Dermatoskopie verwendet, kann die Entwicklung einer Läsion im Laufe der Zeit verfolgen, die Aufnahmen in regelmäßigen Abständen vergleichen und subtile Veränderungen in Form oder Farbe erkennen.
Was das Foto nicht zeigt
Ein Foto, selbst ein dermatoskopisches, ersetzt nicht die anatomisch-pathologische Untersuchung. Nur die Biopsie bestätigt die genaue Natur einer Läsion. Die Meinungen variieren über die Fähigkeit von Fotos, ein oberflächliches Karzinom von einer entzündlichen benignen Läsion zu unterscheiden, insbesondere in schwierigen Bereichen wie der Kopfhaut oder den Ohren.
KI-Tools und Smartphone-Erkennung: was es tatsächlich 2025-2026 gibt
Mehrere Geräte, die künstliche Intelligenz integrieren, haben regulatorische Genehmigungen zur Bewertung verdächtiger Hautläsionen erhalten. Zwei konkrete Beispiele verdienen es, erwähnt zu werden.
- DermaSensor, von der FDA 2024 genehmigt, kombiniert Spektroskopie und KI für eine nicht-invasive Bewertung. Es handelt sich um ein Entscheidungsunterstützungstool für Gesundheitsfachkräfte, nicht um eine App für die breite Öffentlichkeit.
- DERM Zero, entwickelt von Skin Analytics, erhielt 2026 eine CE-Kennzeichnung der Klasse III in der Europäischen Union, das höchste regulatorische Niveau für ein Medizinprodukt. Es ermöglicht eine autonome klinische Bewertung anhand von Fotos, die mit einem Smartphone aufgenommen wurden.
Diese Tools funktionieren nicht wie ein Instagram-Filter. Sie analysieren spezifische morphologische Merkmale (Asymmetrie, Rand, Farbe, Durchmesser, Entwicklung) und vergleichen diese mit umfangreichen Datenbanken diagnostizierter Läsionen. Ihre Zuverlässigkeit hängt direkt von der Qualität des eingereichten Fotos ab: natürliches Licht, keine Unschärfe, enge Rahmung der Läsion.

ABCDE-Regel angewendet auf Fotos: Leitfaden zur konkreten Selbstüberwachung
Die ABCDE-Regel bleibt das Referenzwerkzeug für die Selbstuntersuchung der Haut. Wenn man ein Foto einer verdächtigen Läsion macht, um es seinem Arzt zu zeigen, strukturieren diese fünf Kriterien die Beobachtung.
- Asymmetrie: Die beiden Hälften der Läsion überlappen sich nicht, wenn man sie mental in zwei Hälften faltet.
- Rand: Die Konturen sind unregelmäßig, eingeschnitten oder schlecht definiert.
- Farbe: Mehrere Farbtöne (braun, schwarz, rot, weiß, blau) existieren innerhalb derselben Läsion.
- Durchmesser: Die Größe überschreitet die eines Radiergummis, also etwa 6 mm, obwohl einige Melanome kleiner sind.
- Entwicklung: Die Läsion verändert sich in Größe, Form, Farbe oder Relief im Laufe der Wochen.
Damit das Foto verwendbar ist, sollte es vorzugsweise bei Tageslicht, aus einer Entfernung von 10 bis 15 cm und mit einem Referenzobjekt (Münze, Lineal) daneben aufgenommen werden, um die Maßstäblichkeit anzuzeigen. Zwei Aufnahmen, die einen Monat auseinander liegen, sind besser als ein einzelnes Bild, da es die Entwicklung ist, die den Dermatologen am meisten alarmiert.
Basalzellkarzinome reagieren weniger gut auf das ABCDE-Raster, das ursprünglich für Melanome entwickelt wurde. Ihre Erkennung erfolgt eher über die Textur (perliges Aussehen, Teleangiektasien) und durch das berühmte Kriterium der Nichtheilung. Eine Läsion, die bestehen bleibt, zu fotografieren und zu datieren, ermöglicht es, diese Dauer während der Konsultation zu objektivieren.